KOMBI 13 – Die Schweizer Armee in Liechtenstein

Schweizerische Eidgenossenschaft - KOMBI 13Wer gestern und heute in Liechtenstein unterwegs war, hat es vielleicht bemerkt. Gestern am späten Abend haben rund 1000 Soldaten der Schweizer Armee mit rund 200 Fahrzeugen und 180 Anhängern die Grenze zu Liechtenstein überschritten.

Das klingt im ersten Moment nach einer Invasion, und schaut auch etwas danach aus wenn man all die Fahrzeuge sieht. Es war aber alles halb so wild. Die Schweiz hegt keine Pläne um in Liechtenstein einzumarschieren. Der Grund für das grosse Aufgebot war eine gemeinsame Übung der zivilen Rettungskräfte aus Liechtenstein und des Katastrophenhilfebataillons 4 der Schweizer Armee.

Möglich macht dies ein Abkommen zwischen der Schweiz und Liechtenstein über die gegenseitige Nachbarschaftshilfe. In diesem Abkommen haben die Schweiz und Liechtenstein im Jahre 2006 geregelt, im Katastrophenfall zusammen zu arbeiten. Auf dem Papier sieht das meist einfach aus. Wie es in der Praxis funktioniert, konnte mit der Übung “KOMBI 13” nun erstmals erprobt werden.

Als Szenario wurde angenommen, dass der Rhein Hochwasser bringt, der Liechtensteiner Binnenkanal im Raum Ruggell nicht mehr in den Rhein abfliessen kann und sich entsprechend zurückstaut. Als Folge daraus droht der Damm des Binnenkanals zu brechen und einen grossen Teil des Gemeindegebietes zu überfluten.

Obwohl die Planung und Vorbereitung schon seit Monaten auf Hochtouren liefen, waren die Soldaten und Offiziere des Katastrophenhilfebataillons 4 waren nicht in die Details eingeweiht. Lediglich die Übungsleitung hatte Kenntnis aller Details und der Planung. Es war bekannt dass es eine grössere Übung geben wird, doch wie sie abläuft, was zu machen ist und wer wo eingesetzt wird, kam erst vor Ort heraus. So konnten sich auch die Kompaniekommandanten erst vor Ort ein Bild der Lage verschaffen, um damit dem Bataillonskommandanten die Grundlage für seine Entschlüsse und im Endeffekt die Materialzusage an das Land Liechtenstein zu geben.

Während der Übung KOMBI 13 wurden Bäume gefällt, Arbeitsstrassen dem Damm entlang gebaut, der Rheindamm sowie der Damm des Binnenkanals verstärkt, neue Brücken gelegt und bestehende Brücken saniert. Doch nicht nur die Schweizer Armee war an der Übung beteiligt. Auch das Technische Hilfswerk aus Deutschland war mit einer Spezialeinheit vor Ort. Ihr Auftrag war es die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Sie haben das “verunreinigte” Wasser in grossen Tanks gereinigt und durch mehrere Filterstufen hindurch trinkbar gemacht. Da bei einem echten Hochwasser möglicherweise auch das Grundwasser durch Benzin, Öl, Fäkalien und andere Verschmutzungen gefährdet ist, gefährdet dies auch die Trinkwasserversorgung. So ist dieser Arbeit ein grosser Stellenwert beizumessen.

Die Bevölkerung war am heutigen Mittwoch herzlich zu einem Rundgang eingeladen. Diese Chance habe ich genutzt und konnte so einen grossen Einblick in die Arbeiten des Katastrophenhilfebataillons sowie der zivilen Rettungskräfte aus Liechtenstein gewinnen. Die Experten und Schadenplatzverantwortlichen standen dem interessierten Publikum Rede und Antwort.

Quellen zur Übung KOMBI 13: